Neues Myspace – mit Schweizer Musikern?

In unserem Ranking der Schweizer Bands und Musiker finden sich bekannte Grössen der nationalen Musikszene. Kürzlich ging das neue Myspace an den Start – früher ein “Muss” für Leute aus dieser Szene. Dass dem nicht mehr so ist, zeigt unsere Myspace-Analyse der Top 10 des Rankings (Stand: 19. Januar 2013). Wir haben uns gefragt: Wer hat ein Profil und wer pflegt es auch?

Auf den Klout Score hat Myspace freilich keinen Einfluss: Denn als Klout ins Leben gerufen wurde, lag Myspace vorübergehend hirntot auf der Intensivstation.

 

Platz 1 im Kuble Ranking: Bastian Baker

Auf Myspace sucht man den jungen Romand vergebens; keine Suchtreffer für den Bestplatzierten.

 

Platz 2 im Kuble Ranking: Anna Rossinelli

Zweitplatzierte im Musik-Ranking ist Anna Rossinelli. Auch sie pflegt kein Myspace-Profil und eine Suche nach ihrem Namen liefert keinerlei Ergebnisse.

 

Platz 3 im Kuble Ranking: Bligg

Beim ersten Durchstöbern des neuen Myspace (Empfehlungen, Heavy-Rotation) fällt auf, dass Rap- und Hip-Hop-Künstler überproportional vertreten sind. Schon als Myspace noch massenweise User anzog, waren diese vorwiegend aus der Black-Music-Szene. Viele Freizeitrapper und Hobby-DJs aus den US-Vorstädten nutzten mit Myspace die Möglichkeit, ihre Musik zu promoten.

Die Suche nach Bligg (Artistensuche) liefert auch tatsächlich zwei Resultate. Nr. 1 sieht nicht wie Bligg aus. Das andere Profil hat weder Foto noch Beschreibung; der einzige zum Profil gehörende Song ist Kingsize– ein Bligg-Titel mit Cool Savas. Allerdings läuft der Song fälschlicherweise unter dem Titel  Single, ein anderer bekannter Bligg-Song.

Das Profil gehört also kaum Bligg und ist eher schlechte Promotion für den Schweizer Vorzeigerapper.

Eine weitere Suche zeigt ein drittes Bligg-Profil: Via den Rapper Stress (Platz 4). Bei ihm wird Bliggblizo’s Profil als “similar artist” empfohlen:

Komisch auch, dass eine Suche mit “bliggblizo” keine Treffer generiert, ist doch https://new.myspace.com/bliggblizo die Adresse des obigen Fake-Profils von Bligg. Eine Myspace-Suche sollte auf jeden Fall URL-sensibel sein.

 

Platz 4 im Kuble Ranking: Stress

Auf dem 4. Platz im Kuble Ranking ist Stress, der zweite Lausanner neben Bastian Baker. Der fragliche Account beherbergt fünf Songs zusammen mit einem Melanie Fiona Track. Das Profil wird wohl kaum von Stress selbst gemanagt.

 

Platz 5 im Kuble Ranking: Stämpf

Der Mundart-Rocker Stämpf hat zwar 3300 Follower auf Twitter, aber ebenfalls kein Myspace-Profil.

 

Platz 6 im Kuble Ranking: Phumaso & Smack (smackwtg)

Genau wie bei Bligg und Stress hat für Phumaso & Smack jemand anderes ein Profil mit fünf Songs vom Album “Besser isches” erstellt. Der Urheberrechtler in mir fragt sich an dieser Stelle, ob man in diesem Fall als Urheber klagen könnte. Darf man Lieder von Künstlern auf ein öffentliches Profil stellen, wenn man nicht Urheber der Songs ist?

 

Weiter findet man einen Personen-Account mit einem Konzertphoto.

 

Platz 7 im Kuble Ranking: Knackeboul

Der Rapper Knackeboul aus Langenthal ist sehr onlineaffin und auch auf Myspace wird man fündig. Nicht klar ist, ob das durchaus ansprechende Profil tatsächlich von Knackeboul gepflegt wird.

 

Platz 8 im Kuble Ranking: Roundtable Knights (roundtizzy)

Die Berner DJ-Crew The Roundtable Knights nutzt Facebook, Soundcloud, Twitter und Instagram. Ob das Profil auf Myspace wirklich von roundtizzy ist, bleibt offen: 10 Songs ohne Bilder, Verlinkungen und so weiter.

 

Platz 9 im Kuble Ranking: Bonaparte

Für die “Fluffy Punk”-Band habe ich kein passendes Profil gefunden, es gibt jedoch mindestens drei Bands, die sich gleich nennen.

 

Platz 10 im Kuble Ranking: Sophie Solena

Die Letzte im Kreis der Top 10 ist auch nicht auffindbar bei Myspace.

 

Fazit

Wenn es nach den Künstlern geht, ist Myspace für Schweizer Bands und Musiker (noch) kein nützliches Netzwerk. Für die Absenz könnte es drei Gründe geben: Plattformen wie Facebook, Twitter und vor allem Soundcloud bieten bereits das Notwendigste, beispielsweise die Integration von Musiktiteln, sind aber etablierter und haben mehr Zuhörer und Zuschauer als Myspace.

Trotzdem: Die Bands und Musiker sollten das neue Myspace nicht ignorieren. Es ist wie überall im Web: der Schnellere sichert sich den Namen und das Profil und langes Warten kann wie bei Bligg und Stress dazu führen, dass Fans Profile erstellen, die oft unprofessionell und wenig wünschenswert sind.

Habt ihr auch schon einen Blick ins neue Myspace geworfen?

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