Wie einflussreich und wie sympathisch sind Schweizer Medienmarken?

Erstmals ermittelt eine MediaBrands-Studie die qualitative Ausstrahlung (u.a. Sympathie) von 60 Schweizer Medienmarken. In der Sympathie-Wertung stehen der «Beobachter», Schweizer Radio SRF 2 und SRF 3 an der Spitze. Im Einflussreich-Ranking steht dagegen die «NZZ» vor Radio 24 und Radio SRF 3, gefolgt von «20 Minuten» und dem Online-Nachrichtenportal «watson». Was sind die Gründe für diese Unterschiede?

Kompetenz, Relevanz und Glaubwürdigkeit sind das wichtigste Gut von Medienmarken. Erstaunlich deshalb, dass diese Faktoren für die Schweizer Medienmarken bisher noch nie in einer nationalen respektive sprachregionalen Studie ermittelt wurden.

Ende August 2014 hat nun das Medien- und Kommunikationsforschungs-Unternehmen Publicom die erste MediaBrands-Studie publiziert, welche neben der Reichweite die qualitative Ausstrahlung von 60 deutschschweizer Medienmarken untersucht.

Bei der Reichweite stehen Schweizer Fernsehen SRF 1 und die Pendlerzeitung «20 Minuten» (500’000 Auflage und 1,6 Mio. Leser Reichweite gemäss WEMF) an der Spitze. Pro Quartal erreichen SRF 1 und «20 Minuten» je dreieinhalb Millionen erwachsene Deutschschweizer zwischen 15 und 74 Jahren.

Die MediaBrands-Studie zeigt sehr eindrücklich auf, wie differenziert die Konsumenten «ihre» Medienmarken beurteilen: Häufige Nutzung eines Mediums heisst nicht unbedingt, dass man dieses auch für besonders glaubwürdig oder kompetent hält.

MediaBrands 2014 vs. Einflussreich-Ranking: Nationale Medien

Bei der Markensympathie und Markenstärke steht nämlich der «Beobachter» an der Spitze. Die 1926 gegründete Konsumenten- und Beratungszeitschrift (290’515 Auflage und 918’000 Leser Reichweite) ist die sympathischste Medienmarke der Deutschschweiz, gefolgt von Schweizer Radio SRF 2 und SRF 3.

Mit ein Grund dafür ist sicher, dass der «Beobachter» seit 1999 auf Online setzt. Die aktuelle «Beobachter»-Ausgabe ist in Teilen frei verfügbar, den Abonnenten steht das ganze Archiv zur Verfügung. Der «Beobachter» bietet dazu viele Themenforen an (Computer, Gesundheit, Erziehung, Selbsthilfe, Trennung/Scheidung etc.), welche auch von Nicht-Abonnenten genutzt werden können.

MediaBrands-Studie: Top 10 nationale Medienmarken (Sympathie):

  1. «Beobachter»
  2. Schweizer Radio SRF 2
  3. Schweizer Radio SRF 3
  4. «NZZ am Sonntag»
  5. «Neue Zürcher Zeitung»
  6. Schweizer Fernsehen SRF 1
  7. Schweizer Radio SRF 1
  8. Bluewin
  9. «Tages-Anzeiger»
  10. «SonntagsZeitung»

Einflussreich-Ranking: Top 10 nationale Medienmarken:

  1. «Neue Zürcher Zeitung»
  2. Radio 24
  3. Schweizer Radio SRF 3
  4. «20 Minuten»
  5. watson
  6. «Tagesanzeiger»
  7. Schweizer Radio SRF 1
  8. «Blick am Abend»
  9. «Blick»
  10. Joiz TV

Das Einflussreich-Ranking basiert auf dem Klout Score, welcher den Online-Einfluss quantitativ dokumentiert. Klout wertet u.a. die Freundeszahl, die Aktivitäten und Anzahl der Weiterempfehlungen in sozialen Netzwerken aus. Die Skala reicht von 1 bis 100, US-Präsident Barack Obama hat einen Klout Score von 99. Ausgewertet werden Twitter (60 Prozent), Facebook (20 Prozent), Instagram (15 Prozent) und Andere (5 Prozent).

MediaBrands 2014 vs. Einflussreich-Ranking: Regionale Medien

MediaBrands-Studie: Top 10 regionale Medienmarken (Sympathie):

  1. «St. Galler Tagblatt»
  2. Radio Freiburg
  3. «Der Bund» (Rang 5 im Einflussreich-Ranking)
  4. «Bote der Urschweiz»
  5. Radio Neo1
  6. Radio FM1
  7. «Zentralschweiz am Sonntag»
  8. «Neue Luzerner Zeitung» (11)
  9. «Südostschweiz» (8)
  10. Radio Grischa (6)

Einflussreich-Ranking: Top 10 regionale Medienmarken:

  1. «Basler Zeitung»
  2. «Aargauer Zeitung»
  3. «Tageswoche»
  4. Radio Zürichsee
  5. «Der Bund» (Rang 3 bei Sympathie)
  6. Radio Grischa (10)
  7. «Berner Zeitung»
  8. «Südostschweiz» (9)
  9. «Bieler Tagblatt»
  10. «Der Landbote»
  11. «Neue Luzerner Zeitung» (7)

Die Ränge ab 11 haben wir dazu genommen, um einen besseren Vergleich jener Medienmarken zu erlauben, die entweder nur in der MediaBrands-Studie oder im Einflussreich-Ranking vertreten sind.

Die MediaBrands-Studie 2014 umfasst über 60 Medienmarken in der Deutschschweiz. Die Intermedia-Studie, die Publicom im letzten Jahr erstmals durchführte, basiert auf einer Repräsentativbefragung von über 3’200 Personen in der deutschen Schweiz.

Die methodischen Eckdaten von MediaBrands 2014

  • Intermedia-Studie zur Nutzung und qualitativen Positionierung von Medienmarken
  • Untersuchungsdesign: Single-Source-Trackingstudie (Start: 2013)
  • Grundgesamtheit: Bevölkerung von 15-74 in der Deutschschweiz
  • Erhebungstechnik: CAWI
  • Markenidentifikation: bildgestützt
  • Stichprobe: 3’238 Personen (Demoscope e-sample); quotiert nach Alter, Geschlecht, Wohnkanton
  • Regionale Repräsentativstichproben: Wirtschaftsregionen Nordwestschweiz, Zentralschweiz, Zürich, Bern, Ostschweiz-Graubünden
  • Erhebungszeitraum: März/April 2014
  • Erhobene Marken: über 60 regionale und sprachregionale Medienmarken
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