Wahlen 2015: Positionierung der Parteien zu Beginn des Wahlkampfs?

In einem Jahr finden wieder eidgenössische Wahlen statt. Das SRF-Wahlbarometer hat bereits Zahlen vorgelegt, die Prognosen zu den Parteienstärken machen. Die Zahlen basieren allerdings auf telefonischen Befragungen. Uns interessiert: Welche Aussagen können mithilfe von Monitoring-Daten aus dem Social Web gemacht werden? Wie aktiv und einflussreich sind die Schweizer Parteien zu Beginn des Wahlkampfs?

Das unten abgebildete Klout Ranking zeigt, dass in den Top 5 nicht die fünf Bundesratsparteien, sondern neben SP, FDP und CVP die Grünen sowie die Jungpartei der CVP zu finden sind (Stand: 8. Oktober 2014). SVP und BDP folgen erst auf den Rängen 11 respektive 8. Zumindest online haben sie demnach für den Wahlkampf eine schlechtere Ausgangslage. Für die CVP ist es derweil empfehlenswert ihre Jungpartei in den Wahlkampf einzubeziehen.

Klout Ranking Schweizer Parteien

Neben Klout ist bei uns auch Brandwatch standardmässig im Einsatz als Monitoring Tool. Wir haben damit die Facebook- und Twitter-Aktivitäten der sieben grössten Schweizer Parteien im September 2014 analysiert. Jungparteien wurden dabei nicht berücksichtigt. Separate Profile für Aktivitäten auf Deutsch und Französisch wurden zusammengefasst, sodass nur eine Zahl pro Partei auftaucht. Als Indikatoren haben wir die Grösse der Netzwerke auf Facebook und Twitter (Page Likes, Followers) sowie die durchschnittliche Anzahl Reaktionen (Likes, Kommentare, Retweets, Mentions) auf Posts und Tweets verwendet. Damit lassen sich die Quantität und die Qualität der Community darstellen. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Infografik zu finden.

Aus den Zahlen lässt sich Folgendes herauslesen:

  • Potentiell mehr als 10’000 Personen erreichen mit Facebook und Twitter nur SVP, SP und FDP. Bei GLP und Grünen gibt es Potential aus den vergleichsweise vielen Twitter Followers mehr Page Likes auf Facebook zu generieren.
  • Das SRG-Wahlbarometer hat für die GLP gute Prognosen abgegeben. Auch mit Blick auf die Quanität und die Qualität ihrer Community schneidet die Partei verglichen mit den Bundesratsparteien gut ab.
  • Da bei der durchschnittlichen Anzahl Reaktionen pro Post mittlere bis tiefe zweistellige Zahlen auftauchen, kann vermutet werden, dass auf Facebook keine der Parteien Promoted Posts einsetzt.
  • Während die SVP auf Facebook deutlich mehr Reaktionen erzielt als die restlichen Parteien, sind diese auf Twitter näher beisammen. Die FDP scheint ein Twitter-Problem zu haben: Während die Partei auf Facebook vergleichsweise gut positioniert ist, erzielt sie auf Twitter am wenigsten Reaktionen pro Tweet, obschon ein quantitativ ausreichendes Netzwerk vorhanden ist.

Solche Ergebnisse zeigen die Richtung auf, in die sich nicht nur Schweizer Parteien bewegen müssen: Einfluss, Präsenz und die Community sind entscheidend für Erfolg im Social Web. Daraus resultieren die Voraussetzungen um im digitalen Zeitalter Produkte zu vermarkten, Talente anzulocken, Brands zu positionieren, Events durchzuführen oder die politische Meinungsbildung zu steuern. Unter anderem mit den Webinars von Versity vermitteln wir das notwendige Fachwissen. Zudem bieten wir Packages an, die Politikerinnen, Politiker und Parteien fit für das digitale Zeitalter machen.

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